Dienstplan-Software-VergleichDas B2B-Dossier · 2026
Blog · Planungsgrundlagen

Ressourcenplanung für Personal: Bedarf, Verfügbarkeit und Auslastung planen – mit Excel oder Software

Ressourcenplanung ist der Schritt vor dem Dienstplan: Wer weiß, wie viele Stunden welcher Qualifikation in den nächsten Wochen gebraucht werden und wie viele davon tatsächlich verfügbar sind, schreibt den Plan gegen bekannte Engpässe statt gegen Überraschungen. Der Leitfaden grenzt die Begriffe ab, führt in sechs Schritten durch die Planung, zeigt die Kennzahlen mit Rechenweg und vergleicht Excel mit spezialisierter Software.

Aktualisiert: 28. September 2026Von Dr. Katharina MüllerMit Rechenbeispiel und Checkliste
Kurz gefasst

Ressourcenplanung bezeichnet die systematische Bereitstellung, Zuweisung und Steuerung aller Mittel, die ein Betrieb oder Projekt braucht – Personal, Sachmittel, Finanzmittel, Informationen. Für die Personalressourcen heißt das konkret: den Arbeitsbedarf eines Zeitraums in Stunden je Qualifikation ermitteln, die Nettokapazität der Beschäftigten dagegenstellen (vertragliche Stunden minus Urlaub, Feiertage, Krankheit, Fortbildung), die Auslastung berechnen und Engpässe auflösen, bevor der Dienstplan entsteht. Die Kernformel lautet Auslastungsgrad = verplante Stunden ÷ Nettokapazität × 100. Excel genügt dafür bei kleinen Teams mit einer planenden Person; ab mehreren Planern, Qualifikationsprüfung je Schicht oder Rückfluss der Ist-Zeiten ist eine Software mit Abwesenheitsverwaltung, Qualifikationen und Auswertungen die robustere Wahl.

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Was Ressourcenplanung ist – und welche Ressourcen gemeint sind

Die Projektmanagement-Norm DIN 69901-5:2009 hat den älteren Begriff „Einsatzmittel“ der zurückgezogenen DIN 69902 durch „Ressource“ ersetzt und ihn deutlich weiter gefasst: Gemeint ist jede abgrenzbare Einheit von Personal, Finanzmitteln, Sachmitteln, Informationen, Naturgegebenheiten sowie Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten, die für Vorgänge, Arbeitspakete oder Projekte herangezogen werden kann. Die Norm kennt dazu die Begriffe Ressourcenbedarf, Ressourcenplan und Ressourcenhistogramm. Der REFA-Verband beschreibt Ressourcenplanung als Vorgehen zur Bereitstellung, Zuweisung und Steuerung aller benötigten Mittel – mit den Arbeitsschritten Bedarfsermittlung, Verfügbarkeitsprüfung, Abstimmung, zeitliche Koordination und Überwachung.

Ressourcenarten und typische Planungsfragen im Betrieb
RessourcenartBeispieleTypische PlanungsfragePlanungseinheit
PersonalBeschäftigte in Voll- und Teilzeit, Minijobber, Aushilfen, LeiharbeitskräfteSind in jeder Schicht genug Personen mit der nötigen Qualifikation verfügbar?Stunden je Qualifikation und Zeitfenster; VZÄ
SachmittelMaschinen, Fahrzeuge, Räume, Behandlungsplätze, KassenWelche Anlage ist wann belegt, wann in Wartung?Belegungsstunden, Stück
FinanzmittelPersonalbudget, Zuschlagsbudget, ProjektbudgetDeckt das Budget die geplanten Stunden inklusive Zuschläge?Euro je Monat oder Projekt
Informationen und WissenEinarbeitungsstand, Zertifikate, UnterweisungenWer darf welche Tätigkeit ausführen, wessen Nachweis läuft ab?Qualifikation je Person mit Gültigkeit

In Schichtbetrieben – Handel, Gastronomie, Pflege, Logistik, Produktion – ist Personal fast immer die knappste und teuerste Ressource; Sachmittel folgen ihr meist (ein Behandlungsplatz ohne Fachkraft bleibt leer). Dieser Leitfaden konzentriert sich deshalb auf die Personalressourcenplanung. Die Sachmittel tauchen dort auf, wo sie die Personalplanung begrenzen, etwa bei Fahrzeugen im Außendienst oder Kassen im Einzelhandel.

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Abgrenzung: Kapazitäts-, Personalbedarfs-, Einsatz- und Dienstplanung

Im Alltag werden die Begriffe oft synonym verwendet. Für eine Softwareauswahl lohnt die Trennung, weil Anbieter ganz unterschiedliche Teile davon abdecken – manche nur den Dienstplan, andere den gesamten Regelkreis vom Bedarf bis zur Auswertung. Die Übersicht ordnet die Ebenen nach Planungshorizont.

Planungsebenen der Personalressourcen im Überblick
EbeneLeitfrageHorizontErgebnis
PersonalbedarfsplanungWie viele VZÄ braucht der Betrieb dauerhaft?Jahr, StellenplanSoll-Stellen, Reservebedarf (siehe Personalbedarf berechnen)
KapazitätsplanungWie viele Stunden stehen insgesamt zur Verfügung, wie stark sind sie ausgelastet?Monat, QuartalBrutto-/Nettokapazität, Auslastungsgrad
Ressourcenplanung (Personal)Welche Personen mit welcher Qualifikation stehen wann für welche Aufgaben bereit – und wo fehlt jemand?Wochen bis MonateRessourcenplan je Person und Qualifikation, Engpassliste
PersonaleinsatzplanungWer übernimmt welche Tätigkeit an welchem Ort?Tage bis WochenEinsatzplan (siehe Personaleinsatzplanung)
DienstplanungWer arbeitet in welcher Schicht, von wann bis wann?Woche, MonatVeröffentlichter Dienst- oder Schichtplan
Projekt-RessourcenplanungWelche Ressourcen braucht welches Arbeitspaket, und wann kollidieren Projekte?ProjektlaufzeitRessourcenplan und Ressourcenhistogramm nach DIN 69901-5

Die Grenze zwischen Ressourcen- und Dienstplanung verläuft dort, wo aus verfügbaren Stunden konkrete Schichtzeiten werden. Die Ressourcenplanung beantwortet, ob ein Monat mit dem vorhandenen Team planbar ist; der Dienstplan legt fest, wie. Wer beides in einem Schritt erledigt, entdeckt Engpässe erst beim Schreiben des Plans – und löst sie dann mit Einspringdiensten statt mit rechtzeitig beantragten Aushilfen.

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Ressourcenplanung in sechs Schritten

Die Reihenfolge folgt dem REFA-Schema, ist aber auf Schichtbetriebe zugeschnitten. Jeder Schritt hat ein prüfbares Ergebnis; fehlt eines, ist der nächste Schritt eine Schätzung.

  1. Bedarf ermitteln. Aus Öffnungszeiten, Auftragslage, Belegung oder Umsatzprognose die benötigten Stunden je Zeitfenster und Qualifikation ableiten – nicht nur Köpfe je Schicht. Ergebnis: eine Bedarfsmatrix (Tage × Zeitfenster × Qualifikation).
  2. Verfügbarkeit erfassen. Je Person die vertragliche Arbeitszeit (Teilzeitmodelle, Minijob-Grenzen), genehmigten Urlaub, Feiertage, bekannte Fortbildungen, Elternzeit und Langzeiterkrankungen eintragen. Für unplanbare Kurzausfälle einen Erfahrungswert aus der eigenen Historie ansetzen. Ergebnis: Nettokapazität je Person und Woche.
  3. Qualifikationen abgleichen. Die Nettokapazität nach Qualifikationen aufteilen: Wer darf Kasse abrechnen, Medikamente stellen, Stapler fahren, eine Schicht leiten? Eine Person zählt dabei nur einmal – als Stunde in der Qualifikation, in der sie eingesetzt wird. Ergebnis: verfügbare Stunden je Qualifikation.
  4. Auslastung berechnen. Bedarf und Nettokapazität je Qualifikation gegenüberstellen. Werte deutlich über 100 Prozent zeigen eine Unterdeckung, dauerhaft niedrige Werte eine Überdeckung. Ergebnis: Auslastungsgrad je Woche und Gruppe.
  5. Engpässe auflösen. Für jede Unterdeckung eine Maßnahme festlegen: Urlaub verschieben (nur im Rahmen von § 7 BUrlG und im Einvernehmen), Stunden von Teilzeitkräften befristet aufstocken, Aushilfen oder Leiharbeit anfragen, Aufgaben verlagern, Bedarf senken. Ergebnis: Engpassliste mit Verantwortlichen und Terminen.
  6. Puffer einplanen und nachsteuern. Einen Puffer für unplanbare Ausfälle vorsehen – als Springerstunden, Bereitschaftspool oder bewusst nicht voll verplante Kapazität – und nach jedem Monat die geplante gegen die tatsächliche Auslastung abgleichen. Ergebnis: überprüfter Puffer für die nächste Periode.

Für Schritt 2 lohnt der Blick auf die Größenordnung: Nach Destatis waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2025 im Durchschnitt 14,6 Arbeitstage krankgemeldet; erfasst sind dabei nur Krankmeldungen mit einer Dauer von mehr als drei Tagen, die tatsächliche Zahl dürfte also höher liegen. Für die eigene Planung ist dieser Durchschnitt nur ein Plausibilitätscheck – maßgeblich sind die Ausfalltage des eigenen Teams aus den letzten zwei bis drei Jahren, getrennt nach Bereichen.

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Kennzahlen mit Rechenweg

Drei Kennzahlen tragen die Ressourcenplanung; zwei weitere machen sie steuerbar. Die Formeln sind bewusst einfach gehalten, damit sie in Excel wie in jeder Software nachvollziehbar bleiben. Der Auslastungsgrad folgt der betriebswirtschaftlichen Logik des Kapazitätsausnutzungsgrads: tatsächliche Inanspruchnahme im Verhältnis zur möglichen.

Kennzahlen der Personalressourcenplanung
KennzahlFormelAussage
BruttokapazitätSumme der vertraglichen Arbeitsstunden aller Personen im ZeitraumTheoretisches Maximum ohne jede Abwesenheit
NettokapazitätBruttokapazität − Urlaub − Feiertage − Krankheit − Fortbildung (in Stunden)Tatsächlich planbare Stunden (vgl. Nettoarbeitszeit)
Auslastungsgradverplante bzw. geleistete Stunden ÷ Nettokapazität × 100Über 100 %: Unterdeckung, Mehrarbeit nötig; deutlich darunter: Überdeckung
AusfallquoteAbwesenheitsstunden ÷ Bruttokapazität × 100Anteil der Kapazität, der nicht planbar ist (vgl. Ausfallquote)
Unterdeckung je QualifikationBedarfsstunden der Qualifikation − verfügbare Stunden der QualifikationWo der Engpass tatsächlich liegt, auch wenn die Gesamtbilanz aufgeht

Rechenbeispiel (Modellannahmen): Ein Team hat vier Vollzeitkräfte mit 40 und zwei Teilzeitkräfte mit 20 Wochenstunden – Bruttokapazität 200 Stunden pro Woche. In der betrachteten Woche hat eine Vollzeitkraft Urlaub (40 Stunden), eine weitere ist einen Tag krank (8 Stunden). Die Nettokapazität beträgt damit 152 Stunden, die Ausfallquote 48 ÷ 200 = 24 Prozent. Der Bedarf liegt bei 144 Stunden; der Auslastungsgrad beträgt 144 ÷ 152 × 100 = 94,7 Prozent. Das sieht komfortabel aus – bis die Qualifikationen dazukommen: Von den 144 Stunden müssen 68 mit Schichtleitung besetzt sein. Die Leitungsqualifikation haben drei der vier Vollzeitkräfte, darunter die Urlauberin und die Kollegin mit dem Krankheitstag. Es bleiben 120 − 40 − 8 = 72 Stunden Leitungskapazität; die Leitung ist mit 68 ÷ 72 × 100 = 94,4 Prozent ausgelastet. Ein weiterer Krankheitstag einer Leitungskraft senkt die Leitungskapazität auf 64 Stunden – vier Stunden Unterdeckung, obwohl das Team insgesamt noch bei 144 ÷ 144 = 100 Prozent läge. Genau diese Stelle sieht eine reine Stundenbilanz nicht.

Die Zahlen sind Modellannahmen zur Veranschaulichung der Formeln, keine Branchenwerte. Die Jahresperspektive mit Ausfallzeitfaktor und Reservebedarf zeigt der Beitrag zum Bruttopersonalbedarf.

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Ressourcenplanung in Excel: Aufbau und Grenzen

Eine Ressourcenplanung in Excel funktioniert, wenn sie wie eine kleine Datenbank aufgebaut ist und nicht wie ein bunter Kalender. Bewährt haben sich vier Tabellenblätter:

  • Stammdaten: eine Zeile je Person mit Wochenstunden, Arbeitstagen, Qualifikationen (je Qualifikation eine Spalte mit Ja/Nein) und Eintritts- bzw. Austrittsdatum.
  • Abwesenheiten: eine Zeile je Abwesenheit mit Person, Art, Von, Bis. Die Arbeitstage lassen sich mit NETTOARBEITSTAGE.INTL unter Angabe der Feiertagsliste berechnen.
  • Bedarf: eine Matrix aus Wochen (Spalten) und Qualifikationen (Zeilen) mit den benötigten Stunden.
  • Auswertung: Brutto- und Nettokapazität je Woche und Qualifikation per SUMMEWENNS, daneben Bedarf und Auslastungsgrad; eine bedingte Formatierung markiert Werte über 100 Prozent.

Die Grenzen liegen nicht in den Formeln, sondern im Betrieb der Datei. Sobald zwei Personen gleichzeitig planen, entstehen Versionen; Urlaubsanträge kommen per E-Mail und werden abgetippt; die Ist-Stunden aus der Zeiterfassung fließen nicht zurück, sodass die Auslastung eine Planzahl bleibt. Was eine Excel-Planung über ein Jahr an Arbeitszeit kostet, rechnet der Beitrag Dienstplan in Excel oder Software? mit Break-even nach.

Ressourcenplanung mit Excel oder Software: Kriterienvergleich
KriteriumExcel / Google SheetsSpezialisierte Software
Lizenzkostenmeist vorhandenlaufende Gebühr je Mitarbeiter und Monat
Mehrere Planende gleichzeitigVersionskonflikte; in Google Sheets gleichzeitig, aber ohne Rechte je BereichRollen und Rechte je Standort oder Abteilung
Abwesenheitenmanuell übertragenAntrag per App, Genehmigung fließt direkt in die Kapazität
Qualifikationen je Schichtper Formel möglich, fehleranfälligHinterlegung je Person, Warnung bei fehlender Qualifikation
Arbeitszeitregeln (ArbZG)keine automatische PrüfungHinweise zu Ruhezeiten und Pausen je nach Anbieter
Plan-Ist-AbgleichIst-Stunden müssen importiert werdenZeiterfassung im selben System, Auslastung auf Ist-Basis
Transparenz für BeschäftigteDatei oder AusdruckMitarbeiter-App mit Plan, Stundenkonto, Anträgen
Geeignet fürein Team, eine planende Person, stabile Schichtenmehrere Teams oder Standorte, wechselnde Bedarfe, Qualifikationsauflagen
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Checkliste: Worauf es bei Software für die Ressourcenplanung ankommt

Im Dienstplan-Markt heißt kaum ein Produkt „Ressourcenplanung“; die Funktionen stecken in Dienstplan- und Workforce-Management-Systemen. Die folgenden zehn Prüffragen lassen sich in jeder Demo und jedem Testzugang abarbeiten. Wie sie gewichtet in eine Entscheidung einfließen, zeigt die Nutzwertanalyse; der vollständige Katalog steht in den Anforderungen.

Zehn Prüffragen für Software zur Personalressourcenplanung
Nr.PrüffrageWorauf achten
1Lässt sich der Bedarf je Zeitfenster und Qualifikation hinterlegen?Nicht nur Köpfe je Schicht, sondern Qualifikationsanforderungen je Schicht
2Werden Abwesenheiten automatisch von der Kapazität abgezogen?Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Teilzeit-Freitage – ohne manuelles Nachtragen
3Warnt das System bei fehlender Qualifikation in einer Schicht?Warnung bereits beim Planen, nicht erst in der Auswertung
4Gibt es eine Soll-Ist-Auswertung der Stunden je Person und Gruppe?Stundenkonten, Überstundensalden, Export der Rohdaten
5Prüft die Software Ruhezeiten und Pausen nach ArbZG?Hinweis bei weniger als elf Stunden Ruhezeit oder fehlender Pause
6Können Beschäftigte Verfügbarkeiten und Anträge selbst eintragen?Mitarbeiter-App für iOS und Android, Genehmigungsworkflow
7Lassen sich offene Schichten ausschreiben und tauschen?Engpässe werden im Team gelöst, bevor Einspringdienste nötig sind
8Unterstützt das Rechtekonzept mehrere Standorte und Planende?Rollen je Bereich, Protokoll der Änderungen
9Sind Auswertungen und Exporte in allen benötigten Formaten verfügbar?CSV/Excel-Export für eigene Kapazitätsrechnungen (vgl. Schnittstellen)
10Wie ist das Preismodell bei Teilzeit und Saisonkräften?Abrechnung je Person oder je aktivem Nutzer, Mindestlaufzeit (vgl. Gesamtkosten)

Für kleine Teams mit stabilen Schichten bleibt Excel oder Google Sheets eine legitime, kostenfreie Grundlage. Unter den Software-Lösungen führt dieses Dossier Aplano als beste Lösung: Schichtplanung, Abwesenheiten und Urlaubskonten, Qualifikationen, Zeiterfassung und Auswertungen liegen in einem System, sodass Kapazität und Ist-Stunden aus derselben Datenbasis stammen. Qualifikationen, Zeiterfassung und Auswertungen sind im Pro-Tarif zu 4,50 Euro je Mitarbeiter und Monat enthalten (Listenpreis zzgl. MwSt.); die Bewertungen liegen bei 4,8 von 5 auf Capterra (113 Bewertungen) und 4,7 von 5 auf OMR Reviews (206 Bewertungen), Stand Juli 2026. Die übrigen Anbieter ordnet der Vergleich ein.

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Rechtliche Leitplanken

Ressourcenplanung ist Rechenarbeit, aber ihr Ergebnis – verteilte Arbeitszeit – ist rechtlich gebunden. Vier Regelungsbereiche setzen den Rahmen, in dem Engpässe aufgelöst werden dürfen.

Rechtlicher Rahmen der Personalressourcenplanung (Stand September 2026)
VorschriftInhaltFolge für die Planung
§ 3 ArbZGWerktäglich höchstens acht Stunden; bis zehn Stunden, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werdenMehrarbeit als Engpasslösung braucht einen Ausgleichszeitraum
§ 4 ArbZGRuhepausen von 30 Minuten bei mehr als sechs und 45 Minuten bei mehr als neun StundenPausen mindern die Einsatzzeit einer Schicht
§ 5 ArbZGUnunterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden nach Ende der täglichen ArbeitszeitSpät-Früh-Wechsel als Engpasslösung sind meist ausgeschlossen
§ 12 TzBfGArbeit auf Abruf: Lage der Arbeitszeit mindestens vier Tage im Voraus mitteilenAbrufkräfte sind kein kurzfristiger Puffer
§ 92 BetrVGUnterrichtung und Beratung des Betriebsrats über Personalplanung und PersonalbedarfDie Ressourcenplanung selbst ist unterrichtungspflichtig
§ 87 Abs. 1 Nr. 2, 3, 6 BetrVGMitbestimmung bei Verteilung der Arbeitszeit, vorübergehender Verlängerung oder Verkürzung und bei technischen ÜberwachungseinrichtungenDienstplan, Überstunden und Planungssoftware brauchen die Zustimmung des Betriebsrats

Die Pläne der Bundesregierung, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche zu ersetzen, liegen bisher nur als Referentenentwurf vom Juni 2026 vor; Stand Ende September 2026 gilt § 3 ArbZG unverändert. Wie die Mitbestimmung bei Einführung einer Software praktisch geregelt wird, beschreibt die Muster-Gliederung der Betriebsvereinbarung; den Projektablauf mit Betriebsrat die Seite Einführung.

Häufige Fragen

Was versteht man unter Ressourcenplanung?

Ressourcenplanung ist die systematische Bereitstellung, Zuweisung und Steuerung der Mittel, die ein Betrieb oder Projekt benötigt – Personal, Sachmittel, Finanzmittel und Informationen. Im Personalbereich bedeutet sie, den Arbeitsbedarf eines Zeitraums den tatsächlich verfügbaren Stunden der Beschäftigten gegenüberzustellen, getrennt nach Qualifikationen, und Engpässe zu erkennen, bevor der Dienstplan geschrieben wird.

Was ist der Unterschied zwischen Ressourcenplanung und Kapazitätsplanung?

Kapazitätsplanung fragt, wie viele Stunden insgesamt zur Verfügung stehen und wie stark sie ausgelastet sind. Ressourcenplanung geht einen Schritt weiter und ordnet konkrete Personen mit ihren Qualifikationen und Abwesenheiten bestimmten Aufgaben, Schichten oder Projekten zu. Die Kapazitätsrechnung ist damit ein Baustein der Ressourcenplanung, nicht ihr Ersatz.

Wie berechnet man den Auslastungsgrad?

Auslastungsgrad in Prozent = verplante (oder geleistete) Stunden ÷ Nettokapazität × 100. Die Nettokapazität sind die vertraglichen Stunden abzüglich Urlaub, Feiertagen, Krankheit und Fortbildung. Wer statt der Netto- die Bruttokapazität in den Nenner setzt, rechnet die Auslastung systematisch schön.

Reicht Excel für die Ressourcenplanung?

Für ein Team bis etwa 15 Personen mit einer planenden Person und festen Schichten reicht eine gut gebaute Excel-Datei meist aus: Stammdatenblatt, Abwesenheitsblatt, Bedarfsmatrix und eine Auswertung per SUMMEWENNS. Kritisch wird es, wenn mehrere Personen gleichzeitig planen, Qualifikationen je Schicht geprüft werden müssen oder Ist-Zeiten aus der Zeiterfassung zurückfließen sollen – dann fehlen Mehrbenutzerfähigkeit, Regelprüfung und Plan-Ist-Abgleich.

Welche Kennzahlen gehören in eine Ressourcenplanung?

Mindestens drei: Bruttokapazität (vertragliche Stunden), Nettokapazität (Bruttokapazität minus Abwesenheiten) und Auslastungsgrad (verplante Stunden ÷ Nettokapazität). Ergänzend die Ausfallquote (Abwesenheitsstunden ÷ Bruttokapazität) und die Unterdeckung je Qualifikation, also die Stunden, für die keine qualifizierte Person verfügbar ist.

Muss der Betriebsrat bei der Ressourcenplanung beteiligt werden?

Ja, auf zwei Ebenen. Über die Personalplanung einschließlich des Personalbedarfs muss der Arbeitgeber den Betriebsrat nach § 92 BetrVG rechtzeitig und umfassend unterrichten und mit ihm beraten. Sobald aus der Planung Arbeitszeiten verteilt werden, gilt das Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 und 3 BetrVG; wird dafür Software eingeführt, die Verhalten oder Leistung auswerten kann, zusätzlich § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.

Über die Autorin: Dr. Katharina Müller ist Arbeitswissenschaftlerin und Expertin für Personalplanung, Arbeitszeitgestaltung und Workforce Management.

Quellen & Stand der Daten

  1. DIN 69901-5:2009-01 — Projektmanagement; Projektmanagementsysteme; Teil 5: Begriffe (Ressource, Ressourcenbedarf, Ressourcenplan, Ressourcenhistogramm): dinmedia.de (28.09.2026)
  2. REFA — Lexikon: Ressourcenplanung (Ressourcenarten, Arbeitsschritte, Bezug DIN 69902/69901-5): refa.de (28.09.2026)
  3. Gabler Wirtschaftslexikon — Kapazitätsausnutzungsgrad (Lastgrad, Zeitgrad): wirtschaftslexikon.gabler.de (28.09.2026)
  4. Statistisches Bundesamt — Krankenstand (2025: 14,6 Arbeitstage, 5,9 % krankgemeldet; Datenbasis IAB-Arbeitszeitrechnung, Seite Stand 23.07.2026): destatis.de (28.09.2026)
  5. Arbeitszeitgesetz §§ 3, 4, 5: § 3, § 4, § 5 (28.09.2026)
  6. Teilzeit- und Befristungsgesetz § 12 — Arbeit auf Abruf: gesetze-im-internet.de (28.09.2026)
  7. Betriebsverfassungsgesetz §§ 87, 92: § 87, § 92 (28.09.2026)
  8. Bundesurlaubsgesetz § 7 — Zeitpunkt und Übertragung des Urlaubs: gesetze-im-internet.de (28.09.2026)
  9. Aplano — Funktionen und Preise: aplano.de (Listenpreise Stand Juli 2026)

Redaktionell geprüft am 28. September 2026. Das Rechenbeispiel beruht auf Modellannahmen. Der Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall; Vorhaben zur Reform des Arbeitszeitgesetzes sind Stand September 2026 nicht in Kraft.